Koalas kennen die meisten sicher aus dem Zoo. Oft sieht man sie auf einem Baum schlafend.

Aber warum schlafen sie immer so viel oder ist es Zufall dass man sie meist so antrifft?

Die Antwort auf diese und viele weitere Fragen, die ihr euch sicher schon einmal unbewusst gestellt habt, könnt ihr hier nachlesen:

Koala schlafend

Erstens: sie sind keine Bären. Öfter hört man „Koalabär“ (ja, auch ich hab sie so genannt). Das ist aber nicht korrekt. Der Koala ist ein Beuteltier – wie das Känguru.

Das Kennzeichen von Beuteltieren ist, dass die Jungen in einem sehr frühen Stadium geboren werden und dann blind, taub und in der Größe eines Gummibärchen in den Beutel der Mutter kriechen.

Sobald sie die Zitze gefunden haben, schwillt diese in deren Mund an, sodass das Neugeborene nicht aus dem nach unten geöffneten Beutel fallen kann. Das Koala-Baby verharrt etwa 5- 6 Monate im Beutel der Mutter um zu wachsen und sich zu entwickeln.

Durch den Brei der Mutter erhält es wichtige Mikroorganismen, die es später vor dem Gift der Eukalyptusblätter schützen wird.

Und so kommen wir zu Punkt zwei.

Zweitens: Koalas ernähren sich ausschließlich von Eukalyptus. Und hier sind sie sehr wählerisch. Es gibt nämlich sehr viele verschiedene Eukalyptus – Arten (über 600 verschieden Arten), aber sie interessieren sich für lediglich 12 Arten.

Blöderweise ist Eukalyptus giftig, besteht aus vielen harten Fasern und ist sehr nährstoffarm.

Koala Eukalyptus

Damit der Koala überhaupt leben kann, hat sich sein Körper an seine spezielle Ernährungsweise angepasst.

Sein Stoffwechsel ist sehr langsam. Das hat den Sinn, dass so die Nahrung möglichst lange im Darm bleibt und so alles an Energie, das die Pflanze hergibt rausgeholt werden kann.

Weiters besetzt der Koala einen besonders langen Blinddarm (200cm = längster Blinddarm unter den Säugetieren). In diesem werden, mit Hilfe von Bakterien Ballaststoffe zu Nährstoffen aufgespalten.

Außerdem hat der Koala einen besonders guten Geruchssinn. Jedes Blatt wieder auf die Höhe der Giftkonzentration getestet, bevor es verspeist wird.

Und zu guter Letzt schlafen Koalas sehr sehr viel.

Drittens: Koalas schlafen bis zu 20 Stunden am Tag. Dies tun sie um weitere Energie zu sparen.

Jedes Tier hat seinen eigenen Schlafbaum und somit sein eigenes Revier. Die Männchen markieren ihr Revier mit einem Sekret, das aus ihrer Brustwarze stammt. Die Weibachen hingegen grenzen ihr Terrain mit Urin ab.

Koalas sind nachtaktiv und stehen nur auf um zu Fressen (sie fressen zwischen 0,5 – 1 kg Eukalyptus in einer Nacht) und sich zu Paaren.

Viertens: Das Gebrüll der Koalas ist…wie soll ichs sagen.. sehr eigen.

Ihre Rufe sind ein Gemisch aus Schnarch-, Grunz-, und Rülpslauten. So locken die Männchen in der Paarungszeit von August bis Februar auch ihre Weibchen an. Charmant oder?

Fünftens: Obwohl sie so viel schlafen, sind sie trotzdem des Öfteren gestresst. Während einer Stressphase wackeln sie mit den Ohren (süüüüßßßß) und können nervösen Schluckauf bekommen.

Und zu guter Letzt: ist euch schon einmal aufgefallen, dass Koalas zwei Daumen haben? Ja haben sie wirklich. Sie haben 5 Gliedmaßen an jeder Hand, so wie wir, aber zwei davon sind funktionell zu Daumen umgewandelt. So können sie besser klettern und nach Eukalyptus greifen.

Zwei Daumen

Leider stellt der Mensch für den Koala eine große Gefahr da. Führer wurden sie aufgrund ihres Pelzes und des Fleisches gejagt. Heute wird ihr Lebensraum immer kleiner, da die Eukalyptuswälder abgeholzt werden.

Während Koalas einst über den gesamten Kontinent Australiens verbreitet waren, leben sie heute nur mehr entlang der Ostküste und im Norden Australiens.

Koalababy am Rücken

 

P.S.: Ahja, hätte ich fast vergessen: warum heißt der Koala eigentlich so? – der Name „Koala“ kommt von den Aborigine und bedeutet „trinkt nicht“. Tatsächlich nimmt der Koala den Großteil des Wasser durch die Eukalyptusblätter auf. Er trinkt sehr sehr selten.

 

 

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3 Kommentare zu „Der Koala – unglaublich süß und gegen Gift immun

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