Mittlerweile sind wir schon fast am Ende des Herbstes angekommen.

 

Wie jedes Jahr, konnte ich es kaum erwarten, dass sich die Blätter eins nach dem anderen verfärben. Nicht nur, dass es einfach wunderschön aussieht, sondern es läutet auch in ganz kleinen Schritten den Winter ein. Und ihr müsst wissen: ich liiiieeebbbe den Winter (Aber das wird wohl ein anderer Blogpost werden)

 

Heute möchte ich eure Begeisterung für den Herbst wecken bzw. falls ihr schon Herbstfans seid, sie vertiefen! Denn dieses Naturphänomen sieht nicht nur hübsch aus, sondern es steckt auch ein echt cooler Prozess dahinter. Aber lest selbst…

Woher wissen die Bäume, dass es Herbst ist und es Zeit wird die Blätter zu färben?

 

Ganz einfach: die Tage werden immer kürzer, es gibt weniger Tageslicht und es wird kälter.

 

Warum müssen Bäume ihre Blätter überhaupt nach dem Färben abwerfen?

 

Um ihr Überleben zu sichern. Denn von den Blättern verdunstet sehr viel Wasser. Bis zu 100 Liter am Tag!!! Wenn es kälter wird und die Wurzeln des Baumes immer weniger Wasser aus dem Boden aufnehmen können, müssen sie die Blätter abwerfen, um nicht auszutrocknen.

Um die Blätter abwerfen zu können, saugen sie noch die letzten Nährstoffe aus dem Blatt. Diese werden im Stamm und in den Wurzeln für den Nachwuchs eingelagert.

Die meisten Bäume bilden dann ein Trenngewebe, welches verkorkt. Nun reicht ein Windstoß und die Blätter fallen zu Boden.

Andere Bäume (z.B. Hainbuchen, Eichen) lassen Zellen wachsen, die ihre Wasserbahnen verstopfen. So bleiben die braunen Blätter bis in den Frühling hängen und warten darauf dass neue gebildet werden.

Übrigens kann ein Baum, z.B. eine Birke bis zu 28kg Laub abwerfen. Ganz schön viel, findet ihr nicht?

Aber bevor sie die Blätter abwerfen, verfärben sie sich zunächst:

Wie und warum kommt es zur Verfärbung der Blätter?

 

Um das beantworten zu können, muss zunächst die Frage geklärt werden, wofür Bäume überhaupt Blätter brauchen.

Das Blatt wird für die Photosynthese gebraucht, der Prozess, der für uns Menschen besonders wichtig ist. Denn im Zuge der Photosynthese wird Kohlendioxid (-entsteht z.B durch Verbrennung fossiler Energieträger; wird aber auch einfach durchs Ausatmen) aus der Luft und Wasser in Traubenzucker und Sauerstoff umgewandelt. Und Sauerstoff benötigt der Mensch bekanntlich zum Leben.

Warum macht die Pflanze das? – doch nicht uns zu Liebe oder? – nein, sie braucht die Energie, die durch die Photosynthese gewonnen wird. Der Sauerstoff ist nur ein Abfallprodukt, welches während dieses Prozesses entsteht.

 

Die Photosynthese findet in den Blättern mit Hilfe des grünen Farbstoffes Chlorophyll statt. Das Chlorophyll fängt nämlich das Sonnenlicht für die Photosynthese ein.

Dieser grüne Farbstoff überdeckt im Frühling und Sommer anderer Farbstoffe, die das Blatt besitzt.

Im Herbst wird Chlorophyll nun Schritt für Schritt abgebaut und andere Farbstoffe kommen zum Vorschein.

Und zwar unsere Superhelden des Herbstes: Anthocyane = ein roter Farbstoff; Karotinoide = ein gelber Farbstoff.

Diese Farbstoffe sind aber nicht nur im Herbst an den Blättern sichtbar. Nein, sie kommen auch z.B. in Kürbissen, Karotten, Brombeeren oder Rotwein vor.

Sinken die Temperaturen nun, ist der Baum einem Licht- und Kältestress ausgesetzt. Diese Kombination hemmt die Photosynthese. Und es passiert etwas noch Schlimmeres: es kommt zur Bildung sogenannter aggressiver freier Radikale, die das Blattgewebe schädigen.

So und nun kommen unsere Superhelden zum Einsatz. Denn Anthocyane (= roter Farbstoff) und Karotinoide (= gelber Farbstoff), die im Blatt enthalten sind, wirken wie ein Schutzschild vor diesen Radikalen, aber auch vor zu viel Sonnenlicht, dass den Baum austrocknen könnte (da er ja im Herbst weniger Wasser aus dem Boden aufnehmen kann).

So wird schließlich im Herbst die Photosynthese nicht gänzlich abgestellt sondern nur stark reduziert.

 

Habt ihr schon einmal Beobachtet, wie sich welche Bäume verfärben?

Eichen verfärben sich rötlich (viele Anthocyane), während ein Ahorn meist gelb leuchtet.

 

Aber letztendlich landen alle Blätter am Boden.

 

Was ist mit den Nadelbäumen?

 

Nadeln sind ja quasi eingerollte Blätter, also warum fallen diese dann nicht zu Boden? Es ist so, dass Nadeln eine dicke Wachsschicht und eine sehr feste Haut besitzen, die der Verdunstung entgegen wirkt. Somit ist es nicht notwendig sie abzuwerfen.

Die Lärche (aufpassen Lerche ist ein Vogel) ist der einzige Nadelbaum, der seine Nadel im Winter loswerden will. Das tut sie auch nur deshalb, weil sie meist in sehr kalten Regionen wächst, in denen selbst Nadeln nichts mehr gegen das Verdunsten tun können.

 

Abschließend noch ein Zitat von Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832):

Der Herbst ist immer unsere beste Zeit.

 

Könnt ihr ihm zustimmen? 🙂

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