Was bitte ist ein Hoatzin und was macht ihn so interessant?

Kurz gesagt, einfach alles an ihm ist ungewöhnlich. Sein Aussehen, sein Verhalten und seine Anatomie sind nicht so, wie man es erwarten würde.

Also, der Hoatzin ist ein Vogel, der zur Ordnung der Hühnervögel gehört und in Südamerika beheimatet ist.

Er ist ca. 70 Zentimeter lang (etwa Krähengröße), wiegt zwischen 700 und 900 Gramm und hat ein bräunliches Gefieder, aber einen überwiegend unbefiederten Kopf.

Hoatzin-Flickr

Der älteste Fossilfund ist 23 Millionen Jahre alt und wurde ist Südostbrasilien gefunden.

Ursprünglich stammt der Hoatzin jedoch aus Afrika.

Obwohl er zu den Hühnervögeln gehört, ernährt er sich nicht etwa von Körnern oder Insekten sondern lebt rein vegetarisch. Blätter und Früchte sind sein Leibgericht. (1. Besonderheit)

Um das Ganze verdauen zu können, besitzt dieser Vogel einem enorm vergrößerten Kropf, in dem neben dem Magen zusätzlich verdaut wird. Außerdem hat der Hoatzin einen Vorderdarm, der fünfzig Mal größer ist als sein Magen.

Sein gesamtes Verdauungssystem erinnert mehr an eine wiederkäuende Kuh, als an einen Vogel. (2. Besonderheit)

Im Kropf selbst helfen Bakterien bei der Zersetzung der Nahrung. Diese Fermentation, die von keinem anderen Vogel bekannt ist, führt dazu dass der Hoatzin leider stinkt. Vielen erinnert dieser Geruch an einen Kuhstall.

Aufgrund dessen wird dieser Vogel auch „Stinkvogel“ genannt.

Hoatzin Ufer

Die Küken des Hoatzin schlüpfen fast nackt und – jetzt kommt‘s- haben kleine Krallen an den Flügelenden(!). (3. Besonderheit)

Deshalb dachte man lange Zeit, dass sie mit dem Urvogel Archaeopteryx (siehe Foto unten) verwandt sind. Dies stellt sich jedoch als falsch heraus.

Archeopteryx

Die Krallen der Küken sind jedoch nicht einfach nur Zierde, sondern überlebensnotwendig.

Der Hoatzin lebt nämlich an Flussufern und baut sein Nest hoch oben in Bäumen.

Sehr oft kommt es vor, dass Feinde das Nest angreifen, aber die Küken noch zu klein zum Wegfliegen sind. Was also tun? Die kleinen springen aus dem Nest und landen im Wasser. Dann schwimmen sie ans Ufer und klettern (!) mit Hilfe ihrer Krallen wieder auf den Baum und ins Nest zurück. Ohne diese Krallen könnten sie ihr Nest nicht erreichen und wären vermutlich dem Tod geweiht.

Also Küken mit kleinen Krallen an den Flügeln find ich schon sehr cool. Was meint ihr?

Ich mein wo gibt’s sowas sonst noch? Natürlich habe ich auch ein Bild von den Küken mit ihren Krallen (siehe unten)

Hoatzin 2

Und die 4. Besonderheit ist, dass sie ein lebendes Fossil sind.

Das bedeutet, dass sie sich im Laufe der Evolution kaum weiter entwickelt haben. Sie sind eher schlecht an ihren Lebensraum angepasst. Ihre Zehen können nur schwer die Äste umgreifen und statt zu sitzen liegen sie meist auf dicken Ästen, auf den sie den Großteil ihres Lebens verbringen.

Diese Hühnervögel können nur sehr schlecht Fliegen, da ihre Flugmuskulatur nur schwach ausgebildet ist. Die, am weitesten gemessene Distanz waren 300 Meter, welche eher gleitend, als aktiv fliegend zurückgelegt werden.

Trotz all dieser scheinbaren Nachteile ist der Hoatzin in einem großen Gebiet verbreitet und nicht vom Ausstreben bedroht. (5. Besonderheit)

Also wenn das nicht ein echt cooles Tier ist, dann weiß ich auch nicht weiter! 🙂

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4 Kommentare zu „Der Hoatzin – ein Kuh-ähnliches Huhn? Oder doch nur ein Tier, das die Evolution verschwitzt hat?

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